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Was tun, wenn der Schnee ausbleibt

Die Casino-Arena am 2. Dezember 2014 - von Schnee so gut wie keine Spur.

Die Casino-Arena am 2. Dezember 2014 – von Schnee so gut wie keine Spur.

Die Wogen gehen hoch bei den heimischen Touristikern, seit die Bild-Zeitung getitelt hat “Hoffentlich haben Sie noch keinen Schiurlaub gebucht!” Obwohl die Empörung ob der reißerischen Überschrift verständlich ist, lädt so ein Artikel natürlich zum Nachdenken ein. (von Albert Bloch)

Diese Bilder schocken alle, die geplant haben, in den nächsten Wochen auf Winterurlaub nach Österreich zu fahren.

Denn dort wo zu dieser Jahreszeit oft schon weiße Pisten zum Skifahren einladen, herrscht derzeit noch grüne Alm-Atmosphäre bei deutlichen Plusgraden.

So leitet die Bild-Zeitung ihren Artikel ein und garniert diesen mit aktuellen Bildern von Gschwandtkopf, Rosshütte, Rangger Köpfl, Patscherkofel und anderen Schigebieten, die sich noch sehr herbstlich präsentieren. Schnee ist auf den Bildern tatsächlich nur wenig zu sehen. Schaut man sich den aktuellen Wetterbericht an, so wird sich das in den nächsten Tagen auch nicht gravierend ändern. Ein bisschen etwas fällt vielleicht vom Himmel, wirklich ergiebig wird’s aber nicht werden.

Druck auf Wintertourismus wird steigen

Man kann so einen Artikel nun zum Anlass nehmen, um kräftig zu schimpfen. So in der Art “Was fällt euch eigentlich ein, so etwas zu schreiben?!” Man kann ihn aber auch als Grundlage für Überlegungen verwenden. Nämlich dahingehend, was man wirklich tun kann, wenn es einmal nicht schneit.

Die Winter-Tourismus in Seefeld baut, zumindest derzeit, im Wesentlichen auf der Schönheit der Landschaft auf und darauf, dass Schnee liegt. Nun deuten alle Klimaprognosen darauf hin, dass in Zukunft die Zeiten, in denen Schnee liegt, kürzer werden. Er wird bei uns vermutlich nicht ganz verschwinden, allerdings werden die Wintersaisonen höchstwahrscheinlich kürzer.

Für all diejenigen, welche vom Wintertourismus leben, bedeutet das einen enormen Druck. Denn sie müssen in kürzerer Zeit ihr Geld verdienen. Und nebenbei leben sie ständig mit dem Problem, dass auch einmal sehr schneearme Winter vorkommen können. Wenn dann die Gäste ausbleiben, kann das fatale Folgen haben.

Unabhängiger vom Schnee-Zwang werden

Oben skizzierte Problemlage macht deutlich, dass es dringender denn je nötig ist, über unseren Wintertourismus nachzudenken. Es geht, um ein Sprichwort zu verwenden, darum, mehrere Eisen im Feuer zu haben. Und vor allem solche, die auch dann Touristen anlocken, wenn Schifahren oder Langlaufen einmal nicht möglich sind.

Es liegt im vitalen Interesse unseres Ortes, mindestens einen touristischen Plan B, besser auch einen Plan C und D, in der Tasche zu haben, um das touristische Angebot zu verbreitern. Denn momentan ist alles daraufhin zugespitzt, dass Schnee liegt. Ist das einmal nicht der Fall, gerät der Tourismussektor in eine Krise.

 Alternativen sind gefragt

Die naheliegende Frage lautet nun: Was sollen wir machen, um unabhängiger vom Schnee zu werden?

Ich denke, es wäre falsch, hier nur die Symptome zu bekämpfen, also verstärkt auf künstlichen Schnee zu setzen. Über kurz oder lang würde das das Problem nämlich nur verstärken. Kunstschnee-Erzeugung kostet ja viel Geld, dieses müsste wieder verdient werden, der wirtschaftliche Druck auf die Wintersportbetriebe stiege weiter.

Zudem benötigt die Erzeugung von Kunstschnee Energie. Mehr Kunstschnee bedeutet mehr Energie. Und der Energiehunger unserer westlichen Gesellschaft ist ja gerade für den Klimawandel verantwortlich.

Die Lösung für unser Problem könnte wohl nur in einem intensiven Nachdenkprozess liegen, an dem die Touristiker ebenso beteiligt sind wie die Bevölkerung des Ortes. Denn letztlich müssen wir alle mit den Klimaänderungen leben. Wollen wir trotzdem unseren Wohlstand wahren, der zum Gutteil schon auf dem Tourismus gründet, müssen wir jetzt Alternativen entwickeln und mutig umsetzen.